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Interview mit dem FT zum Thema B173

vom 16.12.2014

Fränkischer Tag: Herr Kasper, es gibt unterschiedliche Aussagen der Freien Wähler (FW) Kronach und Lichtenfels zum B173 Ausbau. Die FW Kronach haben sich für einen vierspurigen Ausbau (Südtrasse) ausgesprochen. Gab es auch bei den FW Lichtenfels einen Meinungswechsel weg von der 2 plus 1 Lösung (Mitteltrasse)?

Klaus Kasper: Es  ist  bekannt, dass es zwei unterschiedliche Meinungen der Kreisverbände Kronach und Lichtenfels gibt. Die hat  schon im Landtagswahlkampf gegeben, daran hat sich nichts geändert. Man muss den Geist der Freien Wähler sehen, der zulässt, dass jeder seine Gedanken frei äußern kann. Der Kronacher Kreisverband hat sicherlich seine Gründe, warum er sich für den vierspurigen Ausbau ausspricht. Wir waren von vornherein für einen naturschonenden Ausbau mit Einbezug der Bürger in Form einer 2 plus 1 Lösung und sind nicht umgeschwenkt. Im Gegenteil, wir haben im August eine Petition an die oberste Baubehörde in München eingereicht, die zeigen soll, dass wir gegen eine Südtrasse sind. Damit entsprechen wir der Bürgerinitiative „Pro B173“ und dem Bund Naturschutz, die sich auch für einen naturschonenden Ausbau einsetzen.

 

Fränkischer Tag: Wie eng stimmen Sie sich trotzdem beim Thema B173 Ausbau mit ihrem Kollegen Tino Vetter vom Kronacher Kreisverband ab?

Klaus Kasper: Im Moment gibt es keine Absprachen, zuletzt haben wir uns im Landtagswahlkampf 2013 abgestimmt. Für weitere Absprachen gab  es auch keinen Grund, weil keiner der Kreisverbände seine Meinung geändert hat.

Fränkischer Tag: Die FW Lichtenfels sind also weiterhin für die Mitteltrasse im dritten Bauabschnitt (Michelau-Zettlitz). Aber welche Chancen gibt es überhaupt noch für diese Lösung, da sie überhaupt nicht im Planfeststellungsverfahren ist?

Klaus Kasper: Grundsätzlich muss man  fragen, welche Chancen gibt es für die Südtrasse. Man diskutiert seit Jahrzehnten über einen Ausbau und möchte die Bürger entlang der B173 eigentlich entlasten. Die Mehrheitspartei (Anmerkung der red: CSU) favorisiert  die Südtrasse und versucht das mit ihrer politischen Mehrheit entsprechend durchzusetzen, dass ist auch legitim. Nur vergessen sie den Bürger mitzunehmen. Was passiert, wenn der Planfeststellungsbeschluss, der gerade in Brüssel hängt, kommt? Die Bürgerinitiative und der Bund Naturschutz werden eine Klage vorbereiten. Selbst die Gemeinde Hochstadt hat einen Bürgerentscheid durchgeführt. Bei dem sich über 60 Prozent für eine Klage gegen die Südtrasse ausgesprochen haben. Durch eingereichte  Klagen  würde sich der Ausbau weiter nach hinten verschieben. Das heißt, eine Entlastung der Bürger würde mit der Südtrasse nicht stattfinden. Wenn man sich für die Mitteltrasse entscheidet, dann fielen solche Klagen weg und es würde schneller zum Baurecht kommen.  Es besteht zwar nur eine geringe Chance für die Mitteltrasse, aber wir geben nicht auf.

 

Fränkischer Tag: Landschaftsverbrauch, Naturschutz und Anwohneranliegen müssen berücksichtigt werden. Warum ist die Mitteltrasse die bessere Lösung?

Klaus Kasper: Die Vorteile der Mitteltrasse sind schnelleres Baurecht, und somit eine zeitnahere Entlastung der Bürger sowie ein naturschonender Ausbau.  Von der Logik her ist eine 2 plus 1 Lösung vom Landschaftsverbrauch her geringer, da sie weniger Platz braucht als ein vierspuriger Ausbau. Aber worum geht es genau? Es geht um eine Strecke von rund 20 Kilometern, da reicht eine 2 plus 1 Trasse aus. Wenn es vierspurig wird, dann  muss man  auch fragen, ob es irgendwann einen Ausbau zur Autobahn gibt. Dann wäre der Landschaftsverbrauch  langfristig noch höher.

 

Fränkischer Tag: Was sind ihre nächsten Schritte, um die Mitteltrassen-Lösung doch noch zu verwirklichen?

Klaus Kasper: Im Moment können wir kaum weiter agieren. Wir haben die Petition eingereicht. In der Antwort sind unsere Aussagen widerlegt worden und man hat uns an die Regierung von Oberfranken verwiesen. Wir müssen abwarten, wie die Stellungnahme der EU ausfällt.

 

Fränkischer Tag: Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) sieht in der B173 eine Lebensader zwischen den Landkreisen Kronach und Lichtenfels. Teilen Sie diese Meinung?

Klaus Kasper: Eine Lebensader wird es auch mit einer 2 plus 1 Lösung. Wir haben in unmittelbarer Nähe die A9 und A73, das sind bereits bestehende Lebensadern. Es ist auch nicht besonders sinnvoll, vierspurig zu denken, da dadurch Begehrlichkeiten bzgl. eines Anschluss an die A9 über Wallenfells geweckt werden könnten. Dadurch würde noch mehr Durchgangsverkehr durch unser Maintal kommen. Die bestehenden Verkehrsadern reichen aus, um unsere Region mit einem  Verkehrskonzept zu versorgen.

 

Fränkischer Tag: Wie intensiv ist ihre Kommunikation mit MdL Jürgen Baumgärtner in dieser Sache und wie eng ist Absprache mit der Parteispitze der FW um Hubert Aiwanger?

Klaus Kasper: Ich habe keinen Kontakt mit Herrn Baumgärtner. Unser Vorstandsmitglied Bernd Priemer aus Hochstand, der auch Sprecher der Bürgerinitiative ist, hat in dieser Funktion Kontakt mit Herrn Baumgärtner gehabt. Ansonsten besteht von den FW kein Kontakt mit Herrn Baumgärtner oder der CSU in dieser Thematik.  Unsere Leute im Landtag,   Thorsten Glauber  und Peter Meyer, sind über die Petition informiert. Auch Hubert Aiwanger, den ich vor Kurzem traf, habe ich darüber informiert. Diese Personen müssen aber auch die Ansichten der FW Kronach  berücksichtigen.  Bei den FW gibt es kein Diktat von oben.

 

Fränkischer Tag: Wollen Sie eine Einschätzung abgeben, wann es mit dem B173 Ausbau los geht?

Klaus Kasper: 2015 soll der Planfeststellungsbeschluss kommen. Trotzdem bin ich skeptisch, dass s in den nächsten Jahren viel passieren wird. Ich denke, es werden Klagen vorbereitet. Zudem bin ich gespannt wie sich die Gemeinde Hochstadt verhält. Obwohl der dortige Bürgerentscheid rechtlich nicht mehr unbedingt bindend ist, hat der Bürgermeister eine moralische Verpflichtung, dies nochmal auf die Tagesordnung zu bringen. Eine genaue Prognose über einen Baubeginn kann und will ich nicht abgeben